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P. J. Tonger DAS HAUS DER MUSIK GmbH, Köln

In der Breite Straße 2 - 4, eine der interessantesten Einkaufstraßen im Zentrum von Köln ist seit dem Frühjahr 2003 der neue Standort des alteingesessenen Musikhauses Tonger. Das Geschäft befindet sich in guter Nachbarschaft zum Opernhaus und dem WDR

Bild: Lutz Wentscher

In der Breite Straße 2 - 4, eine der interessantesten Einkaufstraßen im Zentrum von Köln ist seit dem Frühjahr 2003 der neue Standort des alteingesessenen Musikhauses Tonger. Das Geschäft befindet sich in guter Nachbarschaft zum Opernhaus und dem WDR. Es gehört zu der kleiner werdenden Gruppe der alten Kölner Traditionsgeschäfte, dass jetzt als Familienunternehmen in der 5.und 6. Generation von Lutz Wentscher und dessen Sohn Axel geführt wird und ist zudem eines der ältesten und traditionsreichsten Musikhäuser Europas. Es ist aber auch ein modernes Musikfachgeschäft in dem man alles findet, was mit Musik und Musizieren zu tun hat.

Es gibt eine große Auswahl an Musikinstrumenten. In der eigenen Werkstatt, die übrigens seit 1987 wieder betrieben wird, können Instrumente gewartet und repariert werden. Für den Holzbläserbereich ist Herr Markus Nold als Instrumentenmacher verantwortlich. Er ist seit 2004 bei Tonger und man kann ihm bei den kleineren Reparaturen über die Schulter gucken, denn die Werkstatt ist im Verkaufsraum integriert. Neben mannigfachen Zubehör gibt es eine umfangreiche Musik-, Buch- und Notenabteilung.  Die Tonträgerabteilung führt CDs und DVDs der Klassik-, Jazz- und Kindermusik. Durch die gute Beratung wird auch derjenige, der das spezielle sucht, fündig.

Durch die Säkularisation, die Auflösung der Klöster in und um Köln, der Franzosen im Rheinland von 1802, stehen viele kirchliche Kunst- und Kulturgüter als Trödelgüter zur Disposition. Manche private Kunstsammlung ist hieraus entstanden. Auch Augustin Josef Tonger   (1801–1881), Kölner Antiquitätenhändler handelte und bewahrte diese Gegenstände. Er gründete am 01.07.1822 eine Noten- und Buchhandlung, in unmittelbarer Nähe des Kölner Dom Am Hof 33. Sein Sohn, Firmennamensgeber Peter-Josef Tonger (1845 - 1917) baute dann gegenüber Am Hof 34 – 36 ein Musik- und Wohnhaus und widmete sich ausschließlich der Musikalienhandlung.Er beginnt mit der Verlagstätigkeit (die erste Ausgabe ist von 1835), dann kommen der Instrumentenhandel und der Instrumentenbau dazu. Es wurden Geigen und Flöten gebaut. 1886 gibt er die erste deutsche Musikzeitschrift heraus.

 

Als Verleger sammelt und veröffentlichte er ein sehr umfangreiches rheinisches Lied- und Volksgut und versteht es, seinen Kunden das aktuellste vom Musikmarkt anzubieten. Tonger ist nicht nur einer der Gründer und Mäzen der Kölner Musikhochschule, sondern ist im Laufe der Geschichte für eine Vielzahl von musikalisch-kulturellen Aktivitäten maßgeblicher Förderer. Der Enkel P. J. Tonger (1875 – 1960) erwirbt die benachbarte Lehrmittelanstalt und erweitert das Geschäft um weitere 2 Hausnummern.

Der 1. Weltkrieg, die Weltwirtschaftkrise und der 2. Weltkrieg; nicht genug beim Bombenangriff in 1944 wurde das stolze Haus bis auf die Grundmauern zerstört und das gesamte Waren- und Produktionslager waren verloren. Beim Wiederaufbau in der 4. Generation wird das Unternehmen in einen Musikverlag der heute von Peter Tonger geführt wird und dem Musikhandel aufgeteilt. Hier ist es der Stiefsohn Hans Westendorp, der in den Südflügel des Dom-Hotels gegenüber dem zerstörten Haus sich einmietet und den Handel mit Noten, Musikinstrumenten und Schallplatten wieder aufbaut. Nach dem Tode in 1972 übernimmt dann Lutz Wentscher, der Sohn von Hedwig geb. Tonger die Leitung des Musikhauses. Ganz neu, seit dem 16. Mai 2006 hat neben dem Amt des Schatzmeisters im GDM auch den Vorsitz des Fachverbandes Tonträger übernommen. Nach vielen Aktivitäten und den neuen Trends folgend, gab es Filialen und Spezialgeschäfte. 1999 übernimmt Tonger das Bonner Musikhaus Braun Peretti und eröffnet in der Acherstraße 26–28 ein sehr vielseitig sortiertes Musikhaus. Aktuell gibt es rund 40 hochmotivierte Mitarbeiter in Köln und Bonn.

 

 
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