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Die Fagotte sind los! 2007

 Fagottensemble-Workshop vom 16. bis 17. Juni 2007 in Erftstadt-Liblar. Veranstalter ist das Fagottensemble „Bassonette“.

 

Gruppenbild der Teilnehmer am Fagottensemble-Workshop in der Waldorfschule Erftstadt

Lena und Clara, sie kennen sich schon vom letzten Workshop in Reutlingen. Der Bus, in dem sie sitzen steuert Erftstadt an. Sie freuen sich riesig auf das Treffen und auf die gemeinsame Arbeit. Auf dem großen Parkplatz vor dem Schulgebäude angekommen, die Teilnehmer steigen aus und kümmern sich um ihr Gepäck. Die Gastgeberfamilien nehmen die Busreisenden freudig in Empfang, sie verabschieden sich bis zum nächsten Morgen.

Alle, genau 130 Mädchen, Jungen und Erwachsene treffen sich in den hergerichteten Gruppenräumen. Kurz darauf   packen sie ihre Instrumente aus und bauen diese mit geübten Handgriffen zusammen. Es verbreitet sich Spannung. Das Krähen und Schmatzen der Rohre wird immer intensiver, und schon mischen sich die ersten Töne, die ein Musikinstrument erkennen lassen. Auf einmal Ruhe – es folgt eine Begrüßung zum Fagottensemble-Workshop und danach kommt es gleich zu einer ersten Verständigungsprobe. Da stehen jetzt alle mit ihren kleinen und großen Fagotten, manche Instrumente sind sogar wie ein Tiger schwarz-gelb gestreift.

Alle Teilnehmer haben das Stück schon mit ihrem Lehrer ausprobiert und jetzt spielt das über hundertköpfige Fagottensemble: „Wir sind Freunde für alle Zeit“. Das ist ein Song aus Walt Disneys Dschungelbuch, den Monika Schumacher, eine der Initiatoren des Workshops „Die Fagotte sind los!“, für diesen Augenblick bearbeitet hat. Es ist Samstag der 16. Juni 2007 und wir befinden uns in der Waldorfschule Erftstadt, die außerhalb des Ortes liegt und wegen ihrer Lage und den Räumlichkeiten für eine solche Veranstaltung besonders geeignet ist.

Die jüngsten beim Workshop

Der Fagottensemble-Workshop, wird bereits seit sieben Jahren   erfolgreich in wechselnden Orten durchgeführt. Im vorigem Jahr in Reutlingen , in 2005 in Bergisch Gladbach und 2004 in Tübingen. Jetzt zu einer guten Tradition geworden und erfolgreich, weil ein gutes, durchdachtes Konzept dahinter steht. Über 130 Teilnehmer kamen aus nah und fern. Es ist ein sehr guter Beitrag zur altersgemäßen Entwicklungs- und Kreativitätsförderung. Gedacht für Kinder und Erwachsene, Anfänger und Fortgeschrittene zur Bildung der kreativen Eigenständigkeit.

Veranstalter ist das „Ensemble Bassonette“, das sind vier engagierte Fagottistinnen, die neben Orchester, Kammermusik und Unterricht, sich intensiv um die Ausbildung von Fagottschülern bemühen und heißen Irene de MARCO aus Reutlingen, Ruth KRABBE aus Köln, Dagmar SCHEEL aus San Francisco (USA) und Monika SCHUMACHER aus Zülpich.

In Zusammenarbeit mit der Bernd-Alois-Zimmermann-Musikschule Erftstadt, an der Monika Schumacher die zweitgrößte Fagottklasse in der Bundesrepublik unterrichtet, findet die Veranstaltung in der Freien Waldorfschule Erftstadt statt. Die Schule liegt außerhalb und ist ideal gelegen, mit großem Parkplatz und großem Freigelände. Das Konzert war dann am Sonntag in der Aula der Realschule Erftstadt-Liblar, Jahnstraße 1.

Alle Alters- und Leistungsstufen beim „warm up“

Der Workshop selbst kostet nichts. Alle Dozenten arbeiten ehrenamtlich. Für die beiden Tage gibt es eine Verpflegungspauschale. Die Teilnehmer können bei Gastfamilien kostenfrei untergebracht werden, daneben besteht aber auch die Möglichkeit der Unterbringung in einem Hotel auf eigene Kosten.

Nun zum Konzept: Der Workshop richtet sich an FagottschülerInnen   jeden Alters und Leistungsstandes. Alle Fagottinstrumente, das sind Fagott, Fagottino (Quint-, Quart-, Oktavfagott) und Kontrafagott sind eingeladen. Ziel ist es, die Schüler   möglichst früh an das gemeinsame Musizieren heranzuführen und an die Erarbeitung von Ensembleliteratur in verschiedenen Leistungsstufen.  

Konzert in der Realschule in Erftstadt – konzentriert in Reih und Glied

Hier zählt das Erleben von Klang, Dynamik und Rhythmus innerhalb einer Gruppe.   Die Vorbildfunktion der fortgeschrittenen Schüler wird bewusst genutzt. Das Erfolgserlebnis bei der Erarbeitung von anspruchsvoller Literatur in verhältnismäßig kurzer Zeit, aber auch die eigene Vorbereitung, um in die jeweilige Leitungsgruppe zu passen. Und nicht zuletzt das Zusammengehörigkeitsgefühl, einer „Fagottfamilie“ anzugehören und dann mit vielen guten Ideen und Anregungen wieder nachhause zu fahren.

Das Ensemble ist komplett

Um allen gerecht zu werden gibt es unterschiedliche Leistungsstufen. Die Einteilung der jeweiligen Leistungsstufe, die vorgegeben sind, legt der Fagottlehrer an den verschiedenen Musikschulen für die Teilnehmer fest. Es gibt sieben Leistungsstufen, in die alle eingeteilt werden können. Schon vorher werden die Noten verschickt, damit sie   im Unterricht vorbereitet werden können.

Die einzelnen Leistungsstufen mit deren Inhalten und alle weiteren Informationen rund um den Workshop sind auf der Homepage www.fagotte.eu einzusehen.

Nach der gemeinsamen Probe, die eigentlich ein „warming up“ bedeutet, begibt man sich in die einzelnen Gruppen, wo die vorgegebenen Stücke in den verschiedenen Leistungsstufen erarbeitet werden. Das Ergebnis war dann am Sonntag beim Konzert in der Aula der Realschule in Erftstadt-Liblar zu hören und zu erleben.

Konzert am Sonntag

Die Gesamtleitung und Organisation tragen Monika Schumacher und Irene de Marco. Jedes Jahr werden weitere erfahrene Dozenten hinzugebeten. Diesmal war es neben dem Ensemble „Bassonette“ auch

Jürgen Carl, Kiel
Julia Erbe, Tübingen
Ruth Metzner, Köln
Wolfgang Peßler, Nürnberg
Kerstin Raulfs-Bollhöfer, Willich
Prof. Malte Refardt, Hannover
Prof. Alfred Rinderspacher, Kaiserslautern
Kirsten Roestel, Bornheim
Helga Warner-Buhlmann, Bremen
Annette Winkler, Freiburg,

die für den Erfolg des Workshops garantieren.

Alle Stufen geben sich große Mühe – Konzert am Sonntag

Drumherum das Rahmenprogramm mit Ausstellung von der Firma Gebr. Mönnig, Oscar Adler & Co, Markneukirchen, - hier war Veit Schindler, der das „kindgerechte Fagott“, das schon auf der Frankfurter Musikmesse für Aufmerksamkeit sorgte, vorstellte.   Die Firma J. Püchner Spezial-Holzblasinstrumentenbau GmbH aus Nauheim stellte Fagotte aus und war mit dem Instrumentenbaumeister Wolfgang Becker vertreten. Auf dem Parkplatz stand Volker Braach mit seinem Notenmobil, gut sortiert in großer Auswahl, nicht nur mit Noten für Doppelrohrinstrumente. Christoph Siewers aus Köln stand als Instrumentenbauer mit Rat und vor allem Tat zur Seite und   am Abend gab es von ihm noch einen Praxisvortrag. Herr Jürgen Carl bot Fagottrohre zum Testen und Kaufen an und gab am Abend viele Tipps zur Verbesserung der Doppelrohrblätter.

Es war ein sehr gelungene Veranstaltung mit sehr guter Organisation am rechten Ort und ich glaube, Lena und Clara sind sehr zufrieden mit dem, was sie hier erlebt haben.

Der Termin für den nächsten Fagott-Ensemble-Workshop steht schon fest, es ist der 6. bis 8. Juni 2008 in Markneukirchen. Ein großer Teil der Dozenten, u. a. Prof. Alfred Rinderspacher haben ihre Teilnahme schon angekündigt.  

Weitere Informationen dann auf www.fagotte.eu.

Günter Gössl

Bilder: Monika Schumacher

 

 


 
www.rohrblatt-online.de